BEGIN:VCALENDAR VERSION:2.0 PRODID:-//5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015//NONSGML Events//EN CALSCALE:GREGORIAN X-WR-CALNAME:5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015 - Events X-ORIGINAL-URL:https://www.kirchenmusikkongress.ch/programm/ X-WR-CALDESC:5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015 - Events BEGIN:VEVENT UID:20150331T0954Z-1427795642.6221-EO-102-1@192.168.12.51 STATUS:CONFIRMED DTSTAMP:20260725T102329Z CREATED:20150316T205305Z LAST-MODIFIED:20150730T082329Z DTSTART;TZID=Europe/Zurich:20151023T080000 DTEND;TZID=Europe/Zurich:20151023T083000 SUMMARY: Laudes DESCRIPTION: Abbé Nicolas Betticher Schriftlesungen und Gebete Ariane Pille r Kantorin Klassische Laudes nach katholischem Ritus mit deutschem Psalme ngesang Eingangsspiel: Anonymus (Niederlande\, frühes 17. Jahrhundert) Aria del Granduca Eröffnung: «Herr\, öffne meine Lippen\, damit mein Mund dein Lob verkünde» Hymnus: «Christus\, du Sonne unsres Heils» Psalm 63 mit Leitv ers (Sehnsucht nach Gott) Canticum aus dem Alten […] X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:
Abbé Nicolas Betticher Sc
hriftlesungen und Gebete
Ariane Piller Kantorin
Klassische Laudes nach katholischem Ritus mit deutschem Psalmenge sang
Eingangsspiel:
Anonymus (Niederlande\, f
rühes 17. Jahrhundert)
Aria del Granduca
Eröffnung:
«Herr\
, öffne meine Lippen\, damit mein Mund dein Lob verkünde»
Hymnus:
«Christus\, du Sonne unsres Heils»
Psalm 63 mit Leitvers (Sehnsuch t nach Gott)
Canticum aus dem Alten Testament:
Daniel 3 mit Leit
vers «Gepriesen bist du\, Herr»
Psalm 150 mit Leitvers (Der grosse Lo bpreis)
Schriftlesung des Tages
Antwortgesang:
«Christus\
, du Sohn des lebendigen Gottes»
Kurze Ansprache (Homilie)
Lobg
esang des Zacharias:
«Gepriesen sei der Herr\, der Gott Israels»
Vaterunser
Schlussgebet
Magnificat:
«De
n Herren will ich loben»
Segen
Ausgangsspiel:
Seb
astián Aguilera de Heredia (1561–1627)
Salve\, 1 tono por de
la sol re
Die Wendepunkte des Tages\, Morgen und Abend\, wur
den in der Christenheit immer besonders gefeiert. Neben dem Gebet des Einze
lnen hat sich in der frühen Kirche sehr bald die gemeinschaftliche Zusammen
kunft zu bestimmten Zeiten herausgebildet\, das sogenannte Stundengebet. Di
e Laudes am Morgen und die Vesper am Abend bilden die Angelpunkte des Stund
engebetes. Die Laudes haben ihren Namen von den drei letzten Psalmen (148–1
50) des Psalmenbuches bekommen\, den sogenannten Laudate-Psalmen.
Der
Psalmengesang des jüdischen Tempelgottesdienstes nimmt eine zentrale Stellu
ng ein. Palästina stand in regem Austausch mit seinen Nachbarländern\; vor
allem die Musik Mesopotamiens und Ägyptens fand ihren Niederschlag in den h
ebräischen Psalm-Melodien. In der Musik der Frühkirche vermengten sich Einf
lüsse aus der jüdischen Tempelmusik mit der Musik der Spätantike. Im Gottes
dienst waren Instrumente verboten\, da sie dem heidnischen Kultus zugeordne
t wurden. Dieses Verbot ist noch heute in den Ostkirchen gültig. Ausserhalb
des Gottesdienstes durften jedoch geistliche Lieder mit Kithara-Begleitung
gesungen werden. Im 4. Jahrhundert gab es im westeuropäischen Raum noch vi
ele verschiedene Liturgien\, z. B. die ambrosianische in Mailand\, die gall
ikanische im frankophonen Raum\, die keltische in Irland und England\, die
mozarabische in Spanien. Ende des 6. Jahrhunderts führte Papst Gregor I. ei
ne Reform der römischen Liturgie durch. Die Melodien wurden gesammelt und m
elodisch geglättet.
Man unterschied in der Liturgie drei Gesangsstile.
Die Psalmodie transponiert den Sprachvers in eine bestimmte Melodiefloskel
\, den Psalmton. Das verleiht ihm eine feierliche Verfremdung. Die Sprache
bestimmt den Rhythmus der Silben und Tonfolgen auf dem Rezitationston. Satz
anfang\, Mitte und Ende werden durch mehrtönige Melismen hervorgehoben: Mel
odieanstieg zu Beginn\, eine Halbschlusswendung auf dem Nebenton mit Längun
g und Zäsur in der Mitte und ein Abstieg als Schlusswendung. Psalmen wurden
ursprünglich antiphonal (zwei Gruppen wechseln ab)\, später responsorial g
esungen (der Kantor oder die Kantorin trägt die Psalmverse vor\, wobei die
Gemeinde mit einem Kehrvers antwortet). Die Lesung\, also biblische Prosa u
nd Gebete\, wurden in ein sprachgebundenes Singen gehoben. Satzbeginn und -
ende\, Einschnitte und wichtige Stellen werden hervorgehoben. Die Hymnodie\
, die strophische Wiederholung von Melodien\, der Liedgesang also\, ist dan
n eine typische Form des christlichen Gemeindegesanges geworden.
Wir f
inden das Morgengebet - die Laudes - sowohl im katholischen (KG 259) wie im
reformierten (RG 555) Gesangbuch. Es ist also eine Form des Lobpreises\, w
elche uns ökumenisch verbindet. Auf die Bitte um die Hilfe Gottes folgt ein
Morgenlied\, dann ein Psalm (in der katholischen Liturgie noch ein Lobprei
slied sowie ein weiterer Psalm). Die Lesung aus der Bibel wird mit einem Ge
sang reflektiert. Den Schluss bilden der Lobgesang des Zacharias\, die Fürb
itten\, das Vaterunser\, der Segen und ein Lied.
Ariane Piller