BEGIN:VCALENDAR VERSION:2.0 PRODID:-//5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015//NONSGML Events//EN CALSCALE:GREGORIAN X-WR-CALNAME:5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015 - Events X-ORIGINAL-URL:https://www.kirchenmusikkongress.ch/programm/ X-WR-CALDESC:5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015 - Events BEGIN:VEVENT UID:20150331T0953Z-1427795621.8011-EO-99-1@192.168.12.51 STATUS:CONFIRMED DTSTAMP:20260725T102328Z CREATED:20150316T204616Z LAST-MODIFIED:20150805T082101Z DTSTART;TZID=Europe/Zurich:20151022T173000 DTEND;TZID=Europe/Zurich:20151022T173000 SUMMARY: Vesper DESCRIPTION: Das geistliche Jahr   Ensemble Vertigo der Hochschule der Küns te Bern Lennart Dohms Leitung Pfrn. Barbara Rieder Howald Liturgie   Jörg H erchet (*1943) Aus: Das geistliche Jahr (seit 1973) Kantate zum 3. Sonntag nach Epiphanias Komposition für Violine\, Violoncello\, Klavier\, Publikum (2010)   «Unbeirrbar wird der einmal gewählte geistliche Weg gegangen\, und doch zittern durch […] X-ALT-DESC;FMTTYPE=text/html:

Das geistliche Jahr

 

Ensemble Vertigo der Hochschule der Künste BernLennart Dohms Leitung
Pfrn. Barbara Riede r Howald Liturgie

 

Jörg Herchet (*19 43)
Aus: Das geistliche Jahr (seit 1973)
Kantate zum 3. Sonntag n ach Epiphanias
Komposition für Violine\, Violoncello\, Klavier\, Publi kum (2010)

 

«Unbeirrbar wird der einmal gewählte geistliche We g gegangen\, und doch zittern durch diese im Prinzip schlichte Grossform al le Ängste und Leiden unserer Tage\; manchmal glaubt man die ‹Unwirtlichkeit unserer Städte› (Mitscherlich) zu spüren\, eingeholt von einer bedrohlich- bedrohten Natur. Seismographisch eingefangen\, schlägt die ins Werk eingega ngene Erfahrung um: sie hilft\, eine Wahrheit zu artikulieren\, die gebunde n ist im Schauen von Gott\; Erlösung als ein Hindurchgegangensein.» So schr ieb der Organist und Musikwissenschaftler Michael-Christfried Winkler über die «Komposition für Posaune\, Bariton und Orchester»\, die 1980 bei den Do naueschinger Musiktagen uraufgeführt wurde. Damit sind Merkmale von Jörg He rchets Musik genannt: Unbeirrbarkeit\, menschliche Erfahrung in unserer Zei t\; Wahrheits- und Gottessuche.
Es ist nicht so lang her und war nich t so fern\, dass Christliches dissident war – in den Staaten des Ostblocks. Und bezeichnend ist ja\, dass in der DDR kirchliche Kreise entscheidend zu r Wende beitrugen. Eine besondere Position in der ostdeutschen Musikszene n ahm damals schon der Komponist Jörg Herchet ein. Viele seiner Stück konnten in Ostdeutschland nicht aufgeführt werden. Der Meisterschüler von Paul Des sau stand mit seiner Musik aber nicht nur ausserhalb des sozialistischen Re alismus\, sondern auch ausserhalb dessen\, was im Westen von der Avantgarde gefordert wurde. Auch da blieb er unbeirrbar\, schuf an einem grossen Werk \, das weiter wächst und dem grossen Konzertbetrieb fern steht.
In ei nem Interview sagte er einmal: «Also ich wünschte\, dass in aller meiner Ar beit das ‹soli Deo gloria› empfunden wird. Ich unterscheide nicht zwischen geistlichen und weltlichen Werken. Ich würde die Aufgabe des Künstlers\, al so meine persönliche Aufgabe darin sehen\, dass man das Sinnliche durchsich tig macht für das Ewige. Wenn ich ‹religiös› sage\, dann denken wahrscheinl ich viele Menschen: Aha\, das ist also das\, was man heute unter fromm vers teht. Sie wären entsetzt\, wenn sie merken\, was ich darunter verstehe. Sie sind`s ja auch oft\, wenn sie Musik hören. Für mich ist ‹religio› vor alle m Ehrfurcht. Da ich aber mein ganzes Leben nur begreifen kann als einen Weg zu Gott hin – wo ich da stehe\, und sicher stehe ich noch sehr fern\, das wäre eine andere Frage. Aber vielleicht ist auch das Wichtigste dieses Bemü hen\, zu Gott zu gehen und ihm näher zu kommen. Ein Bemühen\, das von uns a us\, von mir aus ohnedies keinen Erfolg hat\, das nur dann verwirklicht wir d\, wenn Gott uns entgegenkommt. Ich würde meine Musik als eine Sehnsucht n ach Gott empfinden. Die grössten Werke entstehen\, wo in der strengsten Ord nung sich fruchtbarste und erhabenste Freiheit auftut. Bach unterwarf sich der Ordnung des Kontrapunkts sowohl als der Harmonik und gehorchte ihrem do ppelt strengen Gesetz: und schuf das freieste Werk. Nach Bach ist es erst w ieder Arnold Schönberg\, der die Probleme des Kompositionsunterrichts für s ich und seine Schüler löst.»
Seit 1973 arbeitet Jörg Herchet an einem grossen ökumenischen Kantatenzyklus mit dem Titel «Das geistliche Jahr». Di e Sonn- und Festtage des Kirchenjahrs werden dabei aus unterschiedlichsten Deutungsperspektiven betrachtet. Die Texte\, die Jörg Milbradt verfasst\, s pielen\, so der Komponist\, auf das jeweilige Evangelium an. «Die Musik der in Form und Besetzung äusserst verschiedenen Kantaten bezieht alle Tonstru kturen auf einen Allintervallakkord.» In diesen Stücken tauchen aber manchm al höchst ungewöhnliche Elemente wie Sirenen\, Technomusik oder aktuelle An spielungen auf. Auch wenn es um die Wahl der Ausdrucksmittel geht\, bleibt Jörg Herchet unbeirrbar.

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Orgelpunkt zum Wochenschluss

 

Marc Fitze Orgel

 

J ohann Martin Spiess (1691–1772)
Aus: Musicalischer Kirchen-Sc hatz (1745)
1. Arpeggio
2. Un poco Allegro – con discretion – All egro (G-Dur)

Daniel Glaus (*1957)
Echo-Fantasie für Jörg Herchet (1994)

Willy Burkhard (1900–1955)
Fantasie und Choral: Ein feste Burg ist unser Gott op. 58 (1939)

< p>Johann Jakob Mendel (1809–1881)
Klage und Trost. Na chtgesang der Alpen

 

Vier musikalische Epochen treffen in dies er Mittagsandacht aufeinander\, gruppiert um das Zentrum Bern\, denn alle v ier Komponisten sind als Lehrer und/oder Organisten mit der Stadt verbunden .
Fünfundfünfzig Jahre alt war Johann Martin Spiess\, gebürtig aus dem kurpfälzischen Bergzabern und «Capellen-Meister in Heidel berg»\, als er die Stelle als Münsterorganist antrat. Achtzehn Jahre zuvor hatte man ihn schon einmal für eine Visitation nach Bern eingeladen. 26 Jah re versah er das Amt\; nach seinem Tod übernahm es sein Sohn Friedrich. Tat sächlich gab es in dieser langen Zeit auch Differenzen. Man rügte\, «wie an stössig dem Publico billich falle\, dass der gesang nun zu verschiedenen Ma hlen durch fehler des Organisten in solche verwirrung gerahten\, dass die w enigsten Leüth darin fortfahren können». Man befahl ihm\, «dass er ohne Raf finieren die Orgel ganz einfaltig nach bisshero allhier gewonter art also s chlage\, dass jedermann im gesang fortkommen möge». Ungeachtet dieser Kriti k stand der Organist beim Rat in gutem Ansehen. In seiner Sammlung «Musical ischer Kirchen-Schatz: In Hundert und sechs Praeludien\, Arien\, mancherley Arpeggen\, Concerten\, Fugen und Variationen bestehend\; Zum alljährlich-n ützlichen Kirchen-Gebrauch\, ...\,» die noch in Heidelberg erschien\, entfa ltet er einen stilistisch und formal reichen Strauss und bindet auch manche fremde Blume mit hinein.

Johann Jakob Mendel\, der von 1830 an\, also mit bereits 21 Jahren als Münsterorganist und Musikdirek tor wirkte\, stammte aus Darmstadt\, hatte in Paris studiert und offenbar s ogar schon einiges Renommee als Komponist erlangt. In Bern hat er folgenrei ch gearbeitet\, nicht nur von der Orgel aus\, sondern auch als Musiklehrer. Sein Stück «Klage und Trost. Nachtgesang der Alpen» ist eine jener einst s o beliebten programmmusikalischen Naturschilderungen\, wie sie seit den Org elkaskaden des Abbé Vogler und der Beethovenschen «Pastorale» so beliebt wa ren: Das Alphorn ertönt\, ein Sturm braust vorbei und alles verfliegt mit e inem zarten Echo.

Willy Burkhard\, geboren in Leubr ingen bei Biel\, studierte u.a. in Bern und wirkte hier als Chor- und Orche sterdirigent sowie als Theorielehrer am Konservatorium\, bevor er nach Züri ch übersiedelte. 1939 komponierte er dieses Werk – notabene keine Choralfan tasie\, sondern eine weite Fantasie und ein fünfstimmiger Choral mit kurzen Zwischenspielen. In diesen ist der Choral bloss noch fragmentarisch zu erk ennen im Textabschnitt «Und wenn die Welt voll Teufel wär». Ein deutlicher Hinweis! Ist es nicht bezeichnend\, dass einer in jenen politisch unsichere n Zeiten auf die «feste Burg» baute? Jedenfalls scheint ein Kommentar aufsc hlussreich\, den Burkhard 1944 seinem «Gesicht Jesajas» mitgab: «Untergang und Verderben des Ungesunden\, Unwahren\; Hoffnung auf Abklärung des gegenw ärtigen chaotischen Zustandes\; Ahnung einer neuen Weltordnung\; Friede\, E rlösung\, Befreiung\, Überwindung\, jene religiösen Kräfte\, die dem geisti gen Leben trotz Enttäuschungen und Rückschlägen zu jeder Zeit einen mächtig en Impuls gegeben haben».

Dem ostdeutschen Komponisten Jörg Herchet\, den er in Boswil kennenlernte (vgl. Vesper vom Donnerstag)\, widmete Daniel Glaus seine «Echo-Fantasie» von 1994. Das Stück basiert auf einem sechsstimmigen Akkord\, der zusammen mit seiner Spiegelung alle z wölf chromatischen Töne umfasst. Die beiden Akkorde verhalten sich aber auc h wie Klang und Echo – was dem Stück den Titel gibt. Aus diesem einen Kern entwickelt Glaus seine Form\, die stark von der Stille bzw. der Pause geprä gt ist. Er nahm das Stück übrigens kurz darauf als Grundlage für sein Orato rium «Meister Eckhart» für Alt\, Bariton\, achtstimmigen Doppelchor und 16 Instrumente.

In der Heiliggeistkirche am 24. Oktober im Rahmen der BarockZentrum K onzerte...

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