Dr. Thomas Gartmann – 5. Internationaler Kongress für Kirchenmusik | Bern 2015 | 21.-25. Oktober 2015 https://www.kirchenmusikkongress.ch kM15 Mon, 19 Oct 2015 21:04:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.7.15 Bach und Händel in den Diktaturen https://www.kirchenmusikkongress.ch/programm/bach-und-haendel-in-den-diktaturen/ Mon, 16 Mar 2015 21:26:36 +0000 http://www.kirchenmusikkongress.ch/?post_type=event&p=121 Dr. Thomas Gartmann Leiter Forschung, Hochschule der Künste Bern

Bach und Händel gehörten im Nationalsozialismus und in der DDR zu den Pfeilern nationaler Kulturpolitik. Bei biblischen Stoffen entzogen sie sich aber der Instrumentalisierung. Zwar sind etwa die Trauerode (BWV 198) und das «Sacred Drama» Judas Maccabaeus nur mittelbar geistliche Werke. Eifrige und übereifrige Ideologen fühlten sich aber durch sie zu vereinnahmenden Umdeutungen herausgefordert, zu «Arisierungen» und partiellen oder weitgehenden Umdichtungen, wobei sie sich auf das Parodieprinzip der Meister selbst beriefen. Gerade durch die aggressive Behauptung des Unkirchlichen und der «religiösen Verkleidung» selbst beim Messias wird deren geistliche Konnotation sichtbar. Anhand von Beispielen aus nationalsozialistischer wie auch kommunistischer Zeit werden Unterschiede und Kontinuitäten diskutiert.

Der Workshop findet im Raum 331 und wird um 16.00 Uhr wiederholt. Link zur Veranstaltung um 16.00 Uhr

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Neue geistliche Musik in Geschichte und Gegenwart https://www.kirchenmusikkongress.ch/programm/neue-geistliche-musik-in-geschichte-und-gegenwart/ Mon, 16 Mar 2015 22:18:41 +0000 http://www.kirchenmusikkongress.ch/?post_type=event&p=146 9.00 Uhr
Begrüssung und Einleitung durch Dr. Thomas Gartmann Leiter Forschung, Hochschule der Künste Bern.

9.15 Uhr
Tradition, Reform, Innovation: Kirchenmusik im Spannungsfeld von Geschichtlichkeit und Gegenwärtigkeit

Prof. Dr. Klaus Pietschmann Professor für Musikwissenschaft, Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Musik in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen ist ein wesentlicher Bestandteil nahezu aller Religionen. Zu den Besonderheiten des katholischen und evangelischen Christentums zählt allerdings, dass die Kirchenmusik beginnend spätestens mit dem Pariser Organum um 1200 eine wechselvolle Entwicklung durchlief, die in engem Zusammenhang mit jeweils aktuellen theologischen, liturgischen und pastoralen Auffassungen stand und sich stark an ausserkirchlichen musikalischen Trends orientierte. Die Rückbindung an etablierte Traditionen wie insbesondere den Choralgesang, aber auch den Palestrina-Stil bzw. das geistliche Liedgut bildete dabei stets ein Korrektiv und eröffnete ein Spannungsfeld, das ein identitätsstiftendes, zugleich aber auch abschottendes Potential markierte und gegenwartsorientierter Innovation Grenzen auferlegte. Die vielfältigen Ausprägungen dieses Spannungsfeldes bestimmten die Fragen und Themen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kirchenmusik, und sie sollen im Referat anhand ausgewählter Stationen exemplarisch vorgestellt werden. Dabei ist auch nach den innerkirchlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu fragen: Welche Faktoren prägen künstlerische Entscheidungen und welche nicht? Wie verhält sich die Musik zu mitunter brisanten Tendenzen innerhalb der christlichen Glaubensgemeinschaften etwa im Umgang mit Andersgläubigen? Fragen wie diese, gerichtet an zwar historische, aber noch/wieder präsente Repertoires, haben auch angesichts einer sich intensivierenden religiösen Diversifizierung der traditionell christlich geprägten Gesellschaften grosse Relevanz für die gegenwärtige kirchenmusikalische Praxis.

10.00 Uhr
Zeitgenössische Positionen geistlichen Komponierens: PunktKlangKugel

Prof. Dr. h.c. Daniel Glaus Komponist und Organist am Berner Münster

Logos – Chronos – Kairos.
Von der Idee zum inneren Klang. Vom inneren Klang zur Komposition. Von der Komposition zur Interpretation. Von der Interpretation zum Hören. Vom Hören zur inneren Hörschau. Ein Prozess des Werdens. Transzendenz.

Die Zeit, die Zeit, das irdische Kleid.
Aber die Kugel, die rollt.
Aussi loin, qu’un endroit
fusionne avec au delà.
(Stéphane Mallarmé: Sämtliche Gedichte französisch und deutsch, DA: Heidelberg: Verlag Lambert Schneider, 31974, S. 174f.)

Ich mache meinen Gang;
der führt ein Stückchen weit
und heim, dann ohne Klang
und Wort bin ich beiseit.
(Robert Walser: Gedichte. Mit Radierungen von Karl Walser, Berlin: Cassirer, o. J. [1909])

10.20 Uhr
Zeitgenössische Positionen geistlichen Komponierens: Komponieren als Spurensuche nach dem Ewigen

Lukas Langlotz Komponist

Das Religiöse spielt in meinem Schaffen eine wichtige Rolle. Komponieren ist für mich eng mit Spiritualität verbunden. Ich will den Faden nicht verlieren, der mich mit dem Wesentlichen in Berührung hält, deshalb suche ich nach dem Klang meiner Musik und treffe dabei immer wieder auf eine sakrale Thematik. Ausschnitte aus meinen Werken Windspiel (1998/2000), «Missa Nova» (2009/2010) und «Amer» (2012/2013) sollen Einblick geben.

11.00 Uhr
Podiumsdiskussion

Mit Prof. Dr. h.c. Daniel Glaus, Lukas Langlotz und als Gast Esther Schläpfer Pfarrerin am Berner Münster.
Leitung durch Dr. Thomas Gartmann.

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Forschungskolloquium für DoktorandInnen und HabilitandInnen https://www.kirchenmusikkongress.ch/programm/forschungskolloquium-fuer-doktorandinnen-und-habilitandinnen/ Mon, 16 Mar 2015 21:37:55 +0000 http://www.kirchenmusikkongress.ch/?post_type=event&p=129 Leitung:
Prof. Dr. David Plüss Professor für Praktische Theologie, Theologische Fakultät der Universität
Bern;
Prof. Dr. Andreas Marti Titularprofessor für Kirchenmusik, Theologische Fakultät der Universität Bern,
Ausbildungsleiter Kirchenmusik Hochschule der Künste Bern HKB;
Dr. Thomas Gartmann Leiter Forschung Hochschule der Künste Bern;
Prof. Dr. Florian Bassani Professor am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern;
Prof. Dr. Matthias Zeindler Titularprofessor für Systematische Theologie, Theologische Fakultät der
Universität Bern, Leiter Fachbereich Theologie der Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn.

Das Forschungskolloquium gibt jungen Forschenden Gelegenheit, ihre Arbeiten im Schnittbereich von Musikwissenschaft, Kirchenmusik, Religionswissenschaft, Theologie und Liturgik vorzustellen.

Call for Papers als PDF

Die Anmeldefrist für Präsentationen ist abgelaufen. Interessierte Hörer und Hörerinnen können nach Absprache zugelassen werden (Teilnehmerzahl ist beschränkt); Raum F-123; Kontakt: katrin.kusmierz@theol.unibe.ch

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